Sollen nur die anderen sparen?: Klingbeil sucht Fotografen für mehr als 600.000 Euro

Legt Wert auf erstklassige Bilder: Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (47, SPD)

Legt Wert auf erstklassige Bilder: Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (47, SPD)

Foto: ddp/Geisler/Bernd Elmenthaler

Berlin – Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (47, SPD) fordert von seinen Ministerkollegen rigide Einsparungen – für sich selbst gilt das offenbar nicht. Der Minister will Unsummen für Fotos und Videos ausgeben!

Per Ausschreibung bietet das Ministerium gerade EU-weit einen Rahmenvertrag für „Foto- und Videodienstleistungen“ an. Auftragswert: Maximal 580.000 Euro netto, mit siebenprozentiger Mehrwertsteuer – nach Ministeriumsangaben – also 620.000 Euro. Der Vertrag soll schon ab Januar laufen und vorerst bis Ende 2027 gelten. Danach kann er zweimal um je zwölf Monate verlängert werden.

► Das Ministerium erwartet dafür „die ganzjährige Erbringung von qualitativ hochwertigen Foto- und Videodienstleistungen“ durch einen Pool von Profis. Die Foto- und Videografen sollen auch bei Terminen an Wochenenden und Feiertagen bundesweit und „in Ausnahmefällen weltweit“ eingesetzt werden und müssen auch „sehr kurzfristig“ zur Verfügung stehen. Sie sollen „ein hohes Maß an Professionalität“ mitbringen und „ein Auge für besondere Situationen besitzen“. Erwartet werden mindestens vier Jahre Berufserfahrung im Bereich der politischen Veranstaltungsfotografie. Es wird mit 175 bis 225 Einsätzen pro Jahr gerechnet.

Geregelt wird auch der Einsatz von „professionellen Visagisten“. Sie sollen sich, falls es der Termin erfordert, um Make-up, Styling, Haare sowie das Pflegen, Anlegen und die Korrektur von Garderobe kümmern. Kosten dafür sollen ebenso wie der Einsatz möglicher Assistenten für den Aufbau oder die Beleuchtung einer Location extra abgerechnet werden.

Was sagt Klingbeil? Auf BILD-Anfrage teilte ein Sprecher mit, die Beauftragung von Fotografen sei „in allen Bundesministerien üblich und dient der Erfüllung des Informationsauftrags der Bundesregierung“.

Ausgaben fürs Aufhübschen

Dass Politiker für Make-up, Styling und Fotografen Geld ausgeben, ist weit verbreitet. Die Ampel-Regierung beispielsweise ließ sich bis zum bitteren Ende aufhübschen. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung hervor, die BILD vorliegt. Demnach gab die Rest-Regierung (nur rot und grün) im Januar, Februar und März 2025 noch insgesamt 49.646 Euro fürs Aufpudern aus.

Als besonders eitel fielen auf:

▶︎ Ex-Außenministerin Annalena Baerbock (44, Grüne) lag mit 20.849 Euro ganz vorn. Das bedeutet: an jedem Tag 248 Euro nur fürs Schminken.

▶︎ Altkanzler Olaf Scholz ließ sich den Puderpinsel 13.015 Euro kosten.

▶︎ Auch die frühere Familienministerin Lisa Paus (56, Grüne), Ex-Innenministerin Nancy Faeser (55, SPD) und Alt-Umweltministerin Steffi Lemke (57, Grüne) griffen tief in die Make-up-Töpfe.

Am sparsamsten war in den drei Monaten übrigens Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck (55, Grüne) – sein Ministerium meldete 598 Euro für Styling-Ausgaben in den drei Monaten. Dafür hatte sein Ministerium noch 2022 für 350.000 Euro Fotografen für vier Jahre gesucht. Alle übrigen Ministerien machten keine Angaben.

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